Der Propeller von Svanen mit seine drehbaren Flügeln.

Passt der Propeller nicht, wird er passend gemacht.

Was macht der Propeller am Segelboot? Man braucht ihn zum manövrieren, zum Beispiel in der Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals. Oder um aus dem Hafen zu kommen. Oder bei Flaute. Nun hat “Svanen” von seinem Vorbesitzer einen besonders schönen Propeller bekommen, einen “Drehflügelpropeller”. Der funktioniert so: Beim Segeln drehen sich die Blätter automatisch in Strömungsrichtung und bieten den geringsten Widerstand. Das bringt tatsächlich etwas, beim Segeln ist das Schiff tatsächlich schneller, um cirka einen Knoten. Benötigt man den Motor, drehen sich die Flügel so, dass das Schiff angetrieben wird.

Doch es gab ein Problem, das nicht so leicht zu beheben schien. Da mussten Fachbetriebe ran. Denn der Propeller passte trotz seiner aufwendigen Konstruktion nicht zum Schiff, er war schlicht zu groß für den kleinen Raum zwischen Kiel und Ruder, in dem er sich dreht (dem “Propellerbrunnen”). Sein Wirkungsgrad war also nicht optimal.

Es gab verschiedene Lösungsansätze: Ein neuer, kleinerer Propeller, doch die sind ziemlich teuer. Den Platz für den Propeller zu vergrößern. Oder diese recht intelligente Lösung: Die Yachtwerft Dick demontierte den Propeller und schickte ihn nach Bremen in die Werkstatt. Eigentlich haben wir einen “Prowell”-Propeller, auch aus Bremen, doch das Unternehmen gibt es nicht mehr. Sehr ähnlich sind aber die Propeller der SPW GmbH, die auch den Service übernommen hat.

Der optimierte Drehflügelpropeller in seinem “Propellerbrunnen”

Und dort wurden nicht nur die Flügel so verkleinert, dass sie passen, sondern auch die Steigung etwas angehoben. Das heißt, pro Umdrehung schaufelt der Propeller etwas mehr Wasser weg. Ein aufregender Punkt, denn zu viel Steigung darf es auch nicht sein, sonst wird die Kraft nicht mehr richtig übertragen. Aber offensichtlich hat man bei SPW Erfahrung mit diesem Bootstyp und konnte genaue Einstellungen vornehmen.

Nun stand “Svanen” eine Woche vor dem Krantermin immer noch ohne Propeller in der Halle. Nur die Welle ragte aus dem Rumpf. Das wäre kompliziert geworden. Aber die Montage ging dann doch schnell: Der Propeller kam aus Bremen zurück nach Kiel, wurde von der Yachtwerft Dick montiert, das Schiff konnte ins Wasser.

Ergebnis: Propeller sorgt für weniger Verbrauch

Und was für ein Unterschied: Die Vibrationen im Schiff nahmen auf der ersten Testfahrt erkennbar ab. Und durch den neuen Propeller scheint der Motor weniger zu verbrauchen, ist leiser und treibt das Schiff etwas schneller an. Ein Beispiel: Brauchte man vorher 2400 Umdrehungen pro Minute vom Motor, um auf 5,5 Knoten zu kommen, reichen jetzt schon 2000 Umdrehungen. Darüber ist man auch schnell über 6 Knoten.

Das ist eine gute Lösung, denn: In einer Bootswerft in Schweden hatte man uns vergangenen Sommer noch geraten, den Platz zu vergrößern, also das Schiff rund um den “Propellerbrunnen” aufzuschneiden – dies sei immer noch günstiger als ein neuer Propeller. Das mag eine Möglichkeit sein. Doch die Flügel zu verändern, ist eindeutig smartere die Lösung. Beeindruckend, was für High-Tech doch in einem Messingapparat unter Wasser stecken kann.